Alfons Zettler: Geschichte des Herzogtums Schwaben

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Alfons Zettler: Geschichte des Herzogtums Schwaben

Buchtitel mit Reiter auf Wappensiegel

272 Seiten mit einigen Abbildungen, Karten und Stammtafeln.
W. Kohlhammer Verlag Stuttgart 2003. Pappband, 25,- Euro. ISBN 3-17-015945-3

Um das Jahr 900, mitten in den Wirren, als das fränkische Großreich der Karolinger zerfiel, entstand im Gebiet zwischen Alpen und Neckar, zwischen Lech und Oberrhein das Herzogtum Schwaben, zu dem neben einem Großteil des heutigen Baden-Württemberg auch Teile der heutigen Schweiz und das Elsaß gehörten. Mit der Gründung des ostfränkisch-deutschen Reiches 911 wurde es Bestandteil des neuen Staatsgebildes, bei dessen Politik die schwäbischen Herzöge nun für gut zwei Jahrhunderte kräftig mitmischten. Mit dem Tod Konradins 1268, des letzten Staufers, erlosch das Herzogtum, das allerdings schon im Investiturstreit geteilt und geschwächt worden war. Alfons Zettler, Professor für mittelalterliche Geschichte an der Universität Dortmund, gliedert seine Geschichte des Herzogtums Schwaben in drei Teile. Im ersten beschreibt er, gestützt auf die Stuttgarter Alamannen-Ausstellung von 1997, die Vorgeschichte des Herzogtums, zeigt die Wurzeln des neuen Regnums auf, zu denen er auch eine 'alemannisch-schwäbische' Identität zählt sowie das Bewusstsein der Bewohner dieser Provinz Alemannien um ihre gemeinsame Geschichte. Im zweiten, dem umfangreichsten Teil beschäftigt er sich mit der Entstehung und der Formierung des Herzogtums, beginnend mit den Karolingerkönigen als Fürsten der Schwaben bis zu den ersten Duces Alemannorum bzw. Sueviae im 10. Jahrhundert. Der dritte Teil schließlich handelt vom Streit um das Herzogtum unter Staufern und Zähringern bis zu seinem Ende.

Der Verfasser setzt seine Akzente bewusst so, hat doch Helmut Maurers erschienenes Standardwerk Der Herzog von Schwaben die Geschichte des Herzogtums im Hinblick auf Entfaltung, Verortung und Institutionalisierung der Herzogsherrschaft mit einem deutlichen Schwerpunkt auf der Stauferzeit längst geschrieben. Da er die Vorgeschichte und die Entstehung des Herzogtums weitgehend ausgeblendet hat, erhalten diese beiden Themen bei Zettler breiten Raum. Ihm gelingt es überzeugend, die Lücke, die Maurer gelassen hat, zum großen Teil zu schließen. Als Desiderat bleibt, wie Zettler selbst formuliert: eine vergleichende Betrachtung und Analyse Schwabens im Kreis der anderen Fürstentümer, die zu jener Zeit auf dem Boden des zerfallenden Frankenreiches entstanden.

(Wilfried Setzler)