Wilhelm Rößler: Naturpark Obere Donau.

Herausgegeben vom Schwäbischen Albverein, Stuttgart, in Zusammenarbeit mit dem Verein Naturpark Obere Donau e.V., Beuron. Verlag des Schwäbischen Albvereins, Stuttgart 2007. Kommissionsverlag Konrad Theiss Stuttgart. Reihe €. 358 Seiten mit 23 Schwarzweiß- und 124 Farbabbildungen sowie 1 farbigen Wanderkarte. Broschur € 15,50. ISBN 978-3-8062-2150-3
Der Naturpark Obere Donau wurde 1980 gegründet. Nach einer Erweiterung im Jahr 2005 um rund ein Drittel seiner Fläche umfasst der Naturpark heute eine Gesamtfläche von 135.019 ha. Damit ist der Naturpark Obere Donau der drittgrößte im Land. Kernstück des Naturparks ist ohne Zweifel das tief eingeschnittene Durchbruchstal der jungen Donau, aber auch der Albtrauf und die flachwellige Landschaft des Großen Heubergs und der Hegau-Alb mit ihren reizvollen, zur Donau mündenden Flusstälern etwa der Bära, der Schmeie oder der Lauchert. Zehn Berge im Naturpark weisen eine Höhe von über 1.000 m Höhe über NN auf, darunter auch der 1.014m über NN hohe Lemberg, der höchste Berg der Schwäbischen Alb. Südlich der Donau greift der Naturpark mancherorts weit ins pleistozän überformte oberschwäbische Land hinein.
Die Vergrößerung der Naturparkfläche in 2005 sowie die Tatsache, dass die 4. Auflage des Wanderbuchs Naturpark «Obere Donau» vergriffen ist, erforderte die Neuauflage des Wanderbuchs für das beliebte Wandergebiet. Der vorliegende Wanderführer wurde gegenüber der früheren Auflage vollkommen neu überarbeitet. Die Vergrößerung des Naturparkareals brachte es mit sich, dass zahlreiche neue Rundwanderwege erstmalig beschrieben sind. Bei manchen, früher beschriebenen Wanderungen wurde die Wegeführung neu überdacht und abgeändert. Weiterhin wurden bei den Erläuterungen zur Geschichte der historischen Stätten und Orte neue Erkenntnisse eingefügt.
Insgesamt werden 64 Rundwanderungen und sechs Streckenwanderungen vorgestellt. Die Wanderungen sind ausführlich beschrieben und liefern alle für den Wanderer wichtigen Informationen wie z. B. die Länge der Wanderstrecke, Gehzeiten, Markierungen sowie die Beschreibung der Strecke und der Sehenswürdigkeiten. Jede Wanderung wird mit einem aussagekräftigen Farbbild vorgestellt. Schade, dass die Besonderheiten der jeweiligen Wanderung nur mit entsprechenden Buchstaben symbolisiert sind. So muss man immer wieder zu den Wanderhinweisen zurückblättern, um die Bedeutung des jeweiligen Buchstabens zu eruieren. Die Wanderhinweise befinden sich zudem noch in der Buchmitte, was den schnellen Nachschlageakt unnötig erschwert. Aussagekräftige Piktogramme bei den entsprechenden Wanderungen - z.B. Blume als Symbol für die botanische Qualität der Wanderung - wären die Alternative gewesen. Auf die Eignung der Wanderwege für Menschen mit Behinderung oder hinsichtlich Kinderwagen wird nicht hingewiesen.
Dem Führer liegt eine Karte im Maßstab 1:100.000 bei, auf der alle beschriebenen Wanderungen eingezeichnet sind. Diese kann aber allenfalls einen groben Überblick bieten und die Wanderkarten im Maßstab 1:50.000 bzw. 1:35.000 mit den Wegbezeichnungen des Schwäbischen Albvereins nicht ersetzen. Darauf wird im Führer hingewiesen.
Was den Wanderführer besonders auszeichnet, ist sein hoher Informationsgehalt. Im einleitenden Teil des Buches, der mit 135 Seiten sehr umfangreich ausfällt, wird der Naturpark detailliert beschrieben. Neben dem Pflichtprogramm wie der Beschreibung von Geologie, Landschaft, Flora, Fauna, Vor-, Früh- und der Territorialgeschichte werden auch Themen wie etwa Minnesängern und weiteren Literaten sowie Sagen und Schwänken aus dem Raum des Naturparks ein eigenes Kapitel gewidmet. Auch bei den jeweiligen Wanderungen werden die Sehenswürdigkeiten entlang der Wanderstrecke sehr detailliert und fachkundig beschrieben. Diese Informationsfülle macht den Führer nicht nur zu einem guten Pfadfinder, sondern zu einem heimatkundlichen Nachschlagewerk über das Gebiet des Naturparks. Jedem, der in diesem Gebiet wandert, sei der Führer nachdrücklich empfohlen.
Siegfried Roth
