Was ist ein Kleindenkmal? Einige Beispiele
In ihrem Buch Steinkreuze, Grenzsteine, Wegweiser, das im Jahr 2000 vom Schwäbischen Heimatbund herausgegeben wurde, stellen die beiden Autoren Dieter Kapff und Reinhard Wolf ebenso ausführlich wie anschaulich die verschiedensten Formen von Kleindenkmalen vor. Anhand einer großen Vielfalt unterstreichen sie deren Bedeutung für die württembergische Denkmal- und Kulturlandschaft und machen deutlich, dass diese Zeugnisse vergangener Zeiten zwar von geringerer Größe aber ebenso großer Bedeutung sind wie Schlösser, Burgen oder Kirchen.
Was ist nun ein Kleindenkmal? Und was macht die Vielfalt dieser Denkmalgattung aus?
Der Begriff Kleindenkmal ist zunächst einmal nicht fest und einheitlich definiert. Im allgemeinen werden darunter ortsfeste, freistehende, kleine, von Menschenhand geschaffene Gebilde aus Stein, Metall oder Holz verstanden, die einem bestimmten Zweck dienten bzw. dienen oder an eine Begebenheit bzw. an Personen erinnern. Sie sind oftmals Zeugnisse vom Wirtschaften und Schaffen unserer Vorfahren und sollten eine handwerkliche Bearbeitung aufweisen. Wir wollen den Begriff Kleindenkmal im weitesten Sinn verstehen; die Begriffe "ortsfest", "freistehend" und "klein" sollen sehr weit ausgelegt werden können. Hin und wieder trifft eines der drei Merkmale auch nicht zu, etwa bei Geländedenkmalen, wie Hohlwegen oder ehemaligen Steinbrüchen, oder bei Teilen von Gebäuden.
Die folgende Auflistung soll als grobe Übersicht dienen, um einen Überblick über die Vielfalt von Kleindenkmalen zu erhalten:

von links nach rechts: ein alter Brunnen in Asperg, Prinz Friedrichs Herd bei Oberstenfeld, Pürschgang im Böblinger Forst, Scherenstaffel an der Yburg bei Kernen-Stetten
Gewässer und Wasserversorgung
Quellen und Brunnen, Hochwassermarken und Pegelhäuschen, Kandeln und Kanäle.
Jagd und Wald
Gedenksteine, Jagdgrenzsteine, Wolfsgruben und Pürschgänge, Tränken
Landwirtschaft und Weinbau
Trockenmauern, Terrassierungen, Weinbergstaffeln, Unterstände, Wengert- und Feldschützhütten

Sühnekreuze bei Plattenhardt, Gruhe bei Ammerbuch-Breitenholz, Stundenstein bei Pfalzgrafenweiler

Grenzstein zwischen Fürstenberg und Württemberg
Wege und Straßen
Straßenpflaster, Radgeleise, Hohlwege, Denksteine, Meilen- und Stundensteine, Wegweiser, Ruh- oder Grubbänke, Bogenbrücken und Stege, Prellsteine
Wirtschaft und Bergbau
kleine Steinbrüche, Sand- und Mergelgruben, Stollen
Verwaltung, Recht und Grenzen
Markungs- und Grenzsteine, Hoheitssäulen, Etterstöcke, Ortstafeln, Grenzpfähle, Sühnekreuze, Galgen und Pranger, Truppentafeln, Hauszeichen

Bildstock in Königheim-Pülfringen, Denkmal für Elias Pfister in Talheim, der von seinem eigenen Fuhrwerk überfahren wurde
Religion und Glaube
Flur- und Feldkreuze, Kruzifixe, Bildstöcke, Ölberge, Madonnen und Heilige, kleine Wegkapellen, Lourdesgrotten, Privatfriedhöfe, Kreuzwege, Epitaphien, Neidköpfe, Hinkelsteine, Megalithgräber

Pestkreuze in Emmingen
Geschichtliche Ereignisse und Personen
Denkmäler und Denksteine, Büsten, Statuen, Pestkreuze, Kriegerdenkmale, Kaisersteine, Hauszeichen, Neidköpfe, Hausinschriften
Kleindenkmale sind zwar von geringerer Größe aber ebenso großer Bedeutung wie Schlösser, Burgen oder Kirchen.
Diese Zusammenstellung ließe sich noch um manches Beispiel erweitern. Tiefergehende Informationen, Details und Einblicke liefert das genannte Buch 'Steinkreuze, Grenzsteine, Wegweiser', dem die Abbildungen auf dieser Seite entnommen sind. Darüber hinaus sind seit 1996 in fast jeder Ausgabe der 'Schwäbischen Heimat' Beiträge über Kleindenkmale unter der Überschrift Kleine Kulturdenkmale am Wegesrand erschienen. Auch die Anleitung zur Erfassung und Dokumentation von Kleindenkmalen liefert weitere wichtige Hinweise.
Für Ihre Fragen, Hinweise und Anregungen sind wir dankbar. Schicken Sie uns eine Nachricht oder rufen Sie uns in der Geschäftsstelle an.
