Kirchen - Dokumente der Kulturgeschichte
Zusammenfassung des Vortrags von Prof. Dr. Klaus Jan Philipp, Stuttgart
im Rahmen der Tagung "Kirche – Stadt – Kultur"
6. Schwäbischer Städte-Tag, 7. Oktober 2009, in Reutlingen
Im Mittelpunkt des Vortrags, der einen Bogen vom Mittelalter bis heute aufspannt, steht die Architektur städtischer Kirchen und deren prozessuales Eingebundensein in die wechselvollen Fährnisse der Stadt. Die Kirche wird dabei als ein Ort verstanden, an dem sich die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Kräfte einer Stadt unmittelbar niederschlagen. Zugleich prägt die Architektur der Kirche die Stadt.
Im Vortrag werden Fragen aufgeworfen, die das Wechselspiel zwischen Bauform und Baugeschichte auf der einen Seite und der Nutzungsgeschichte auf der anderen Seite zum Gegenstand haben. Dabei wird die provokante These aufgestellt, dass je mehr ein Kirchenbau zum architektonischen Kunstwerk, zum dreidimensionalen skulpturalen Raumobjekt wird, er sich außerhalb des Alltäglichen, des Normalen stellt und desto geringer in der Gesellschaft akzeptiert ist. Dies führt zu den bekannten Problemen vor allem mit den Kirchenbauten der Moderne.
