Memmingen Perle unter den schwäbischen Reichsstädten

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Memmingen Perle unter den schwäbischen Reichsstädten

Glaube, Wohlfahrt, Kunst, Stadt und Reformation

Reise Nr. 12

Leitung: Prof. Wolfgang Urban M.A.

Samstag, 28. April 2018 (Tagesfahrt)
Abfahrt: 8.00 Uhr Stuttgart, Karlsplatz
Zustiege: 8.40 Uhr Wendlingen, Bahnhof / 9.15 Uhr Autobahnraststätte Seligweiler (Ulm-Ost)

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Aus alemannischen Anfängen hervorgegangen, war die Stadt Memmingen welfischer, dann staufischer Besitz. Nach dem Ende der Stauferzeit erhob König Rudolf von Habsburg die Stadt an der Salzstraße von Böhmen, Österreich über München nach Lindau und von dort in die Schweiz 1286 in den Rang einer Freien Reichsstadt.

Die gegenüber religiösen Reformen schon früh aufgeschlossene Stadt berief 1513 den St. Gallener Schulmeister und Theologen Christoph Schappeler (um 14721551) auf die Predigerstelle (Prädikatur) an St. Martin. Von Beginn an auf Reform bedacht, begann Christoph Schappeler 1522 im reformatorischen Sinne zu predigen. Freundschaftlich verbunden war der Memminger Reformator mit dem sich Joachim Vadian nennenden Reformator von St. Gallen Joachim von Watt (14841551) und dem Zürcher Reformator Huldrich Zwingli (14841531). Ebenso hatte er enge Kontakte zu den sozial-religiösen Bewegungen der Zeit und dem Bauernführer Sebastian Lotzer (um 1490 bis nach 1525).

Beide, Schappeler und Lotzer, gelten als die Autoren der im Februar/März 1525 verfassten Memminger "Zwölf Artikel der Bauernschaft", der "ersten Niederschrift von Menschen- und Freiheitsrechten in Europa" (Peter Blickle). Am 7. Dezember 1525 reichte Christoph Schappeler in St. Martin erstmals das Abendmahl unter beiderlei Gestalt. Im Herzen der Stadt Memmingen existierten, intensiv vom Bürgertum unterstützt und gefördert, beginnend im 12. Jahrhundert, schließlich seit dem Spätmittelalter drei Spitäler. Neben diesen bestand seit 1214 das Antoniterhospital. Hier wurden schwere Fälle des Siechtums durch Seuchen und das sog. "Antoniusfeuer", die durch das Mutterkorn hervorgerufene, medizinisch Ergotismus genannte Vergiftung mit ihren schrecklichen Folgen, behandelt.

Zugleich war Memmingen im 15. und 16. Jahrhundert durch die Künstlerfamilie der Strigel mit ihren Hauptvertretern Hans, Ivo und Bernhard Strigel und durch den hervorragenden, früher als "Meister von Ottobeuren" apostrophierten Hans Thoman ein Zentrum des Kunstschaffens.

Programm: Antoniter-Haus mit Strigel-Museum ev. Martinskirche (heutiger Bau 1419 begonnen, 14961500 von Matthäus Böblinger vollendet) mit bedeutendem, 1501 begonnenen geschnitzten Chorgestühl und Wandgemälden von Hans und Bernhard Strigel ev. Frauenkirche, die dort 1400 einsetzende Ausmalung zählt zu den herausragenden Beispielen spätgotischer Wandmalerei in Schwaben weitere Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt.

Leistungen:

Preis:

82, € pro Person

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