Wien, die Habsburger und das Jahr 1918 – die letzten Jahrzehnte der `Welt von gestern΄

. . . . . .

Wien, die Habsburger und das Jahr 1918 – die letzten Jahrzehnte der `Welt von gestern΄

Reise Nr. 13

Leitung: Prof. Dr. Franz Quarthal

Sonntag, 29. April, bis Sonntag, 6. Mai 2018 (8 Reisetage)
Abfahrt: 8.00 Uhr Echterdingen, S-Bahnhof | Ihre Abholzeit mit dem Taxiservice entnehmen Sie bitte den Reiseunterlagen.
Zustieg: 9.00 Uhr Autobahnraststätte Seligweiler (Ulm-Ost)

« zurück zum Reisekalender ...

Im November 1918 fand mit der Kapitulation der habsburgischen Doppelmonarchie die europäische Staats- und Gesellschaftsordnung ein Ende, die unser Denken von einer gemeinsamen europäischen Vergangenheit bis heute geprägt hat. Stefan Zweig, der einer Familie des reichen Wiener Bürgertums entstammte, fand für diese Epoche den sprechenden Begriff der "Welt von gestern".

Kaiser Franz Josephs Entscheidung vom 20. Dezember 1857, die obsolet gewordenen Verteidigungsanlagen Wiens niederzulegen, ermöglichte eine Verbindung zwischen der inneren Stadt und der Vorstädte. In den folgenden sechs Jahrzehnten entwickelte sich Wien zur modernen Weltstadt.

Mit der Ringstraßenzone haben Franz Joseph und der Hof, die habsburgische Aristokratie und die zu Reichtum und Nobilität gekommene Industrie- und Börsengesellschaft zusammen mit Künstlern und Wissenschaftlern ein in Europa einmaliges Kunstwerk geschaffen. Diese Stadterweiterung wurde zum Treffpunkt der bedeutendsten Architekten aus ganz Europa, wie Theophil Hansen, Heinrich Ferstel oder Gottfried Semper. Großartige öffentliche Bauten prägen sie ebenso wie die Stadtpalais, die Wohnblocks als Monumentalbauten. Die Wiener Ringstraße ist eine Selbstdarstellung einer ganzen Epoche, in ihrer Gesamtheit eine der bedeutendsten Kunstschöpfungen des 19. Jahrhunderts.

Dieser "Welt von gestern" und ihren Spuren in Wien gehen wir nach. Unterwegs lassen Texte aus literarischen Werken der Spätzeit der Monarchie (Joseph Roth, Stephan Zweig, Hugo von Hofmannsthal) den Geist der Epoche lebendig werden.

Programm:

1. Tag: Anreise mit kurzen Besichtigungen nach Emmersdorf in der Wachau (Übernachtung).

2. Tag: In Wien verschaffen wir uns vom Donauturm einen ersten Überblick über die Stadtentwicklung. Danach nehmen wir die Hauptachsen der Stadtentwicklung nach der Entscheidung von 1857 in den Blick: Fahrt um die Ringstraße mit den ehemaligen Reitalleen, Lastenstraßen, Gürteln und die Radialstraßen, die beide Elemente verbinden – Besichtigung der Oper – 6 Übernachtungen in Stockerau.

3. Tag: Österreichisches Museum für angewandte Kunst (geschaffen von Heinrich Ferstel, Architekt des romantischen Historismus, Erbauer der Bank- und Börsengebäude in der Herrengasse und der Freyung sowie der Votivkirche, die ihn in die erste Reihe der Architekten seiner Zeit brachte) – Hotel Imperial (1873 zur Eröffnung der Weltausstellung eröffnet; als Palais Württemberg zeitweise im Besitz des Herzogs Philipp von Württemberg und seiner Gemahlin, der Habsburgerin Marie Therθse) – Arsenalkaserne auf dem Wienberg (als Zwingburg gegen eine mögliche aufsässige Bevölkerung gedacht; mit ihren großen Dimensionen ein Gesamtkunstwerk des Wiener Historismus: Kaserne, Fabrikanlage, Ruhmeshalle, Heeresmuseum und Kapelle) – Sezessionsgebäude von Joseph Maria Olbrich.

4. Tag: Neues Rathaus (monumentales Werk des Schwaben Friedrich Schmidt 1872–1883 mit fast 100m hohem Turm, zentraler Arkadenhof mit großartiger Wirkung; der reiche figürliche Schmuck spielt auf besondere historische Ereignisse der Stadtgeschichte und des bürgerlichen Lebens an; Festsaal, Senatssaal, Ratssaal) – Wiener Universität (das neue Gebäude nimmt Formen der Renaissance auf, Heinrich Ferstel trennte Festsaal und Bibliothek in der Hauptachse von den Lehrräumen in den Seitentrakten; Professorendenkmäler im Innenhof ) – Burgtheater (mächtiger, dem Ring zugewandter Bau nach Plänen von Gottfried Semper und Carl Hasenhauer, Deckengemälde von Gustav und Ernst Klimt) – Votivkirche (historische Ausmalung, Hochaltar) – Börse – Historisches Museum der Stadt Wien (Einzelheiten der Stadterweiterung seit 1857) – Wien Museum (Sonderausstellung über den Architekten Otto Wagner).

5. Tag: Neben der Malerei haben Musik und Dichtung einen wichtigen Platz in der Rekonstruktion der "Welt von gestern" im kaiserzeitlichen Wien (Ausstellung "Klimt ist nicht das Ende. Aufbruch in Mitteleuropa" im Unteren Belvedere) – der Schwarzenbergplatz zeigt trotz Kriegsverlusten die Ausgewogenheit seiner ursprünglichen Konzeption (Denkmal für Feldmarschall Karl Fürst Schwarzenberg), Wohnviertel des Adels – Palais Erzherzog Ludwig Viktor (Heinrich Ferstel) – Palais für Ludwig Ritter von Wertheim – Musikvereinsgebäude (Theophil Hansen), Akademie der bildenden Künste, Künstlerhaus und Handelsakademie bilden eine reizvolle städtebauliche Komposition.

6. Tag: Blick auf ein Relikt der industriellen Entwicklung Wiens im 19. Jh., den umgestalteten Wiener Gasometer (heute Wohnanlagen, Veranstaltungsräume und Geschäfte) – Gang über den Prater (klassisches Wiener Naherholungsgebiet; zugleich Standort der großen Weltausstellung von 1873, Riesenrad) – Rundgang zur Gesamtplanung des unvollendet gebliebenen "Kaiserforums" (Neue Hofburg außen, Heldenplatz mit Denkmälern Anton Dominik Fernkorns, Kunst- und Naturhistorisches Museum mit Stiegen und Deckengemälden, Maria-Theresien-Denkmal von Kaspar Zumbusch). Ausklang in einem Heurigen.

7. Tag: Parlament (Hauptwerk Theophil Hansens, stark von dessen Aufenthalt in Griechenland geprägt, außen) – Palais Epstein (Muster eines Stadtpalais einer großen jüdischen Bankiersfamilie) – Neue Hofburg (großer und kleiner Redoutensaal; die Besichtigung macht die Unterordnung des Innenausbaus vieler Paläste und Bauten der Ringstraße unter die äußere Fassade sichtbar) – Burggarten – Ephrussi-Palais (wichtiges Werk Hansens) – Hermesvilla (Geschenk Kaiser Franz Josephs an seine Gemahlin, ein Höhepunkt des Tages).

8. Tag: Kirche am Steinhof (Großwerk des Architekten Otto Wagner, dem Schöpfer zahlreicher Stadtbahnstationen) – Rückfahrt über den Wiener Wald, Wels und Passau.

Leistungen:

Preis:

€ 1550,– pro Person im Doppelzimmer
€ 1695,– pro Person im Einzelzimmer

Reisepapiere: gültiger Personalausweis oder Reisepass

Beachten Sie bitte auch unsere Allgemeinen Hinweise, die Reisebedingungen sowie unseren Taxiservice.