Auf den Spuren von Katharern und Protestanten im Languedoc

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Auf den Spuren von Katharern und Protestanten im Languedoc

Reise Nr. 19

Leitung: Dr. Albert de Lange

Samstag, 12. Mai, bis Samstag, 19. Mai 2018 (8 Reisetage)
Abfahrt: 7.30 Uhr Stuttgart-Weilimdorf, S-Bahnhof | Ihre Abholzeit mit dem Taxiservice entnehmen Sie bitte den Reiseunterlagen.
Zustieg: 8.30 Uhr Karlsruhe, Busbahnhof hinter dem Hauptbahnhof

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Im Norden vom Massif Central, im Osten von Rhône und Mittelmeer, im Westen von der Garonne und im Süden von den Pyrenäen begrenzt, hat die landschaftlich überaus reizvolle ehemalige französische Provinz Languedoc noch viele Spuren ihrer Glanzzeit im Mittelalter bewahrt.

Vom 9. bis zum 13. Jahrhundert gehörte das Languedoc zum Herrschaftsgebiet der Grafen von Toulouse. Sie und ihre Vasallen zeichneten sich durch ihre Toleranz aus. So konnte sich der Katharismus im 12. Jahrhundert im Languedoc zu einem bedrohlichen religiösen Konkurrenten des Katholizismus entwickeln. Die römische Kirche verurteilte die Katharer zwar als Ketzer, versuchte aber zunächst, sie durch Predigten und Diskussionen in die Kirche zurückzuführen. Berühmte Prediger wie Bernard von Clairvaux und Dominikus Guzman zogen dazu durch das Land, jedoch mit wenig Erfolg, weil Graf Raimund VI. von Toulouse jegliche Unterstützung verweigerte.

1208 rief schließlich Papst Innozenz III. nach der Ermordung des päpstlichen Gesandten Pierre de Castelnau zu einem Kreuzzug gegen die "Albigenser" (wie die Katharer nach der Stadt Albi auch genannt wurden) auf. Dieser endete 1229 mit dem Vertrag von Paris, in dem Raimund VII. das Languedoc dem französischen König Ludwig dem Heiligen abtrat. Der Kampf gegen die Katharer ging jedoch unerbittlich weiter. 1244 starben mehr als 200 von ihnen auf dem Scheiterhaufen, nachdem sie ihre Festung Montségur hatten aufgeben müssen.

Bei der Bevölkerung blieb der Widerstand gegen Paris bestehen, und so fand der Protestantismus in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts viel Anklang. Selbst nach dem offiziellen Verbot des evangelischen Gottesdienstes durch Ludwig den XIV. im Jahr 1685 gaben die Hugenotten nicht auf, und bis heute gibt es eine aktive evangelische Kirche im Languedoc. Ein Vertreter des französischen Protestantismus wird uns darüber informieren.

Die Studienfahrt führt zuerst auf die Spuren der Katharer, in Städte wie Carcassonne, Toulouse, Foix und Albi, wo die Katharer Unterstützung fanden, und auf zwei sogenannte "Katharerburgen" (Quéribus und Montségur), die noch heute als Symbol ihres Widerstandes gelten. Im weiteren Verlauf treffen Sie auch auf die Spuren des Protestantismus (Carla-Bayle). Sie lernen nicht nur schöne und interessante Städte, Klöster, Kirchen und Burgen kennen, sondern auch die großartigen Landschaften des Languedoc.

Programm:

1. Tag: Ein idyllisches Städtchen: Stuttgart – Karlsruhe – Pérouges (die teils mittelalterlichen Straßen und Häuser des Städtchens wurden Anfang des 20. Jhs. sorgfältig restauriert) – Übernachtung im Raum Vienne.

2. Tag: Eine mittelalterliche Festung: Carcassone wurde 1209 von den Kreuzfahrern im Krieg gegen die Katharer erobert. Die Oberstadt ist von einer eindrucksvollen Festungsmauer umgeben. Die Unterstadt, von Ludwig dem Heiligen gegründet, ist eine "bastide" – eine in einem Zug angelegte Stadt mit einem streng rechtwinkligen Straßenraster und einem zentralen Markplatz. 3 Übernachtungen in Carcassonne, im zentral gelegenen Mercure Hotel Porte de la Cité.

3. Tag: Die katharischen Corbières: In der ehemaligen Zisterzienserabtei Fontfroide mit ihrem schönen Rosengarten lebte der päpstliche Gesandte Pierre de Castelnau, der 1208 ermordet wurde. Später war Jacques Fournier hier Abt, der im 14. Jh. die bekannten Inquisitionen gegen die Katharer in Montaillou durchführte. Château de Quéribus, der vorletzte Rückzugsposten der Katharer, fiel 1255, elf Jahre nach Montségur. Von der windigen Festung (Aufstieg ca. 15 Min.) genießen Sie das wunderschöne Panorama. Nach einem Blick auf das Château de Puylaurens, das 1256 als letzte Katharerburg fiel, geht es zwischen Axat und Quillan durch eine eindrucksvolle Schlucht zurück nach Carcassonne.

4. Tag: Die Ariège, eine rebellische Grafschaft: Das Departement Ariège ging aus der Grafschaft Foix hervor, ebenfalls ein Zentrum des Katharismus. 1290 erbten die Grafen von Foix das weiter westlich gelegene Béarn und zogen nach Pau. Ihre Nachfahren, wie Heinrich IV., der 1594 König Frankreichs wurde, schlossen sich im 16. Jh. dem Protestantismus an. In Foix und den Cévennen war die reformierte Kirche besonders stark vertreten. Aufstieg zur Katharerburg Montségur (ca. 45 Min.), danach Rundgang im Zentrum von Foix, der alten Hauptstadt der Grafschaft. Der Nachmittag ist dem Protestantismus im Languedoc gewidmet: der Gedenkstätte für den Philosophen Pierre Bayle (1647–1706) in seinem Geburtsort Le Carla (heute Carla-Bayle), wo sein Vater evangelischer Pfarrer war. Auf dem Rückweg Besuch des malerischen Örtchens Mirepoix, wo die Katharer einst sogar ein eigenes Konzil abhielten.

5. Tag: Albi, die "rote" Stadt: Über den Montagne Noire, Mazamet und Castres erreichen wir die alte Bischofsstadt Albi, wo die Katharer schon früh bezeugt und stark vertreten waren. Wir besuchen die aus rotem Backstein errichtete Kathedrale Sainte-Cécile und das Museum Toulouse-Lautrec im Palais de la Berbie mit seinen schönen Gärten. Es enthält die größte Sammlung der Werke des Malers und Graphikers, der 1864 in Albi geboren wurde. Weiterfahrt nach Toulouse (2 Übernachtungen).

6. Tag: Toulouse, das Herz des Languedoc: Toulouse, dem Sitz der gräflichen Dynastie, die die Katharer schützte, ist ein ganzer Tag gewidmet: Wir besuchen die romanische Pilgerkirche Saint-Sernin und das eindrucksvolle Kloster der "Jacobins" (Dominikaner), das noch von Dominikus gegründet wurde. Hier liegt Thomas von Aquin begraben, der wichtigste Theologe, den dieser Orden hervorgebracht Hat. Eine Stadtwanderung führt u. a. zur Kathedrale und ans Flussufer der Garonne.

7. Tag: Ein romanisches Meisterwerk: In der ehemaligen Abteikirche in Saint Gilles mit ihrer berühmten romanischen Westfassade und Krypta liegt Pierre de Castelnau, der in der Nähe des Ortes ermordet wurde, begraben. Übernachtung im Raum Vienne.

8. Tag: Nach Hause: Über Karlsruhe geht es zurück nach Stuttgart.

Leistungen:

Preis:

€ 1720,– pro Person im Doppelzimmer
€ 1995,– pro Person im Einzelzimmer

Reisepapiere: gültiger Personalausweis oder Reisepass

Beachten Sie bitte auch unsere Allgemeinen Hinweise, die Reisebedingungen sowie unseren Taxiservice.