Christianisierung und frühmittelalterliche Klöster ...

. . . . . .

Christianisierung und frühmittelalterliche Klöster ...

... westlich der Vogesen, im Jura und am Genfer See

Reise Nr. 27

Leitung: Prof. Dr. Franz Quarthal

Sonntag, 10. Juni, bis Donnerstag, 14. Juni 2018 (5 Reisetage)
Abfahrt: 8.00 Uhr Stuttgart-Weilimdorf, S-Bahnhof | Ihre Abholzeit mit dem Taxiservice entnehmen Sie bitte den Reiseunterlagen.
Zustieg: 9.00 Uhr Karlsruhe, Busbahnhof hinter dem Hauptbahnhof.

« zurück zum Reisekalender ...

Lange vor der Entstehung von Klöstern in Südwestdeutschland bildeten sich geistliche Zentren am Westabhang der Vogesen, im Schweizer und im Französischen Jura und am Genfer See. Im Schnittpunkt der Interessen der merowingischen Teilreiche von Austrien und Burgund lagen die frühen Columbanklöster wie Luxeuil, das in den letzten Jahrzehnten eindrucksvolle neue archäologische Grabungen erlebte und von wo aus eine große Zahl weiterer Gründungen erfolgte. Enge Beziehungen bestanden zum Kloster St. Maurice im Wallis.

Das Rückgrat dieser Gründungslinie bildete die sogenannte Moselstraße vom fränkischen Mittelpunkt Metz über Épinal und Luxeuil nach Orbe. Sie führte nach Burgund und letztlich über den Großen St. Bernhard nach Italien. Im Jura entstanden schon früh bedeutenden Abteien wie St. Ursanne (um 630), Romainmôtier (vor 635), wo bereits im 5. Jahrhundert eine christliche Niederlassung bestanden hatte, oder die Niederlassungen bei St. Claude. Den Abschluss vor St. Maurice bildete als burgundischer Mittelpunkt die Kirche von Genf.

Die Exkursion macht die geschichtlich und kunstgeschichtlich bedeutenden Zentren der frühmittelalterlichen Christianisierung im heutigen Frankreich und in der Schweiz sichtbar.

Programm:

1. Tag: Ins Zentrum der merowingischen Kirchenherrschaft: Von Neuwiller-lès-Saverne (Gründung des Bischofs Sigisbald von Metz) geht es über das eng mit der Geschichte des Aufstiegs der Karolinger verbundene St. Avold (Zelle des hl. Fridolin von 509, Klosterstiftung Abteikirche Romainmôtier Bischof Sigisbalds) nach Metz, dem Sitz der Herrscher Austrasiens. Drogo, ein Halbbruder Kaiser Ludwigs des Frommen, machte Metz zu einem Zentrum karolingischer Bildung und Kunst (Rundgang zu den wichtigsten frühmittelalterlichen Plätzen, Übernachtung).

2. Tag: Die Erschließung der Westvogesen und die Klostergründungen Columbans: Um 590 hatte sich der Hl. Columban mit seinen Gefährten im Gebiet der Burgundischen Pforte niedergelassen. Die Abtei Luxeuil wurde zu einem der wichtigsten Zentren der merowingischen Klosterlandschaft. Von dort aus wurde die Erschließung der Vogesen vorangetrieben. Auf dem Weg nach Luxeuil liegen die nahezu gleichzeitig entstandenen Westvogesenklöster St. Dié, Étival, Senones und Moyenmoutier. Übernachtung in Luxeuil-les-Bains.

3. Tag: Klöster an der Straße nach Genf: Die Sicherung der Straße Metz-Genf, ohne alemannisches Gebiet zu berühren, bestimmte die Anlage von Klöstern südlich der burgundischen Pforte und im Jura: Lure war eine frühe Gründung Luxeuils. Moutier-Granval (Münster-Granfelden) folgte wenig später. Etwa gleichzeitig mit letzterem, um 630, wurde St. Ursanne im nördlichen Jura gegründet. Übernachtung in Ornans.

4. Tag: Von der Klosterlandschaft des südlichen Jura zum Genfer See: Baulmes wurde von Luxeuil aus an der Straßenverbindung nach Yverdon gegründet. Noch vor 635 folgte die Juraabtei Romainmôtier, heute eine der schönsten romanischen Klosteranlagen der Schweiz. In der Kirche von Valeyres-sous-Rances bei Orbe werden römische Traditionen sichtbar. Durch die eindrucksvolle Landschaft des Jura führt der Weg nach St. Claude, dem Mittelpunkt der frühmittelalterlichen Juraklöster, die mit ihren eigenen Regeln in Konkurrenz zur Benediktusregel standen. Mit Genf (Kathedrale) wird der Endpunkt der Straße von Metz über den Jura zu den Alpen erreicht. Übernachtung in Archamps.

5. Tag: St. Maurice und die Klosterlandschaft in der Schweiz: Wie Metz ist das um 390 von Bischof Theodor von Octodurum an den Gräbern der thebäischen Legion begründete Agaunum (St. Maurice) als eine der berühmtesten Kultstätten Galliens und Mittelpunkt des burgundischen Königreichs für das Verständnis der frühmittelalterlichen kirchlichen Entwicklung unseres Raumes unerlässlich. Mit seinen kostbaren Reliquien und seinem Klosterschatz bildet der Besuch der Abtei einen Höhepunkt der Klosterreise. Rückfahrt über Avenches (Blick auf das Amphitheater) nach Stuttgart.

Leistungen:

Preis:

€ 1030,– pro Person im Doppelzimmer
€ 1145,– pro Person im Einzelzimmer

Reisepapiere: gültiger Personalausweis oder Reisepass

Beachten Sie bitte auch unsere Allgemeinen Hinweise, die Reisebedingungen sowie unseren Taxiservice.