Geschichte und Kultur der Juden in Südwestdeutschland XVIII:

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Geschichte und Kultur der Juden in Südwestdeutschland XVIII:

Auf jüdischen Spuren in und um Karlsruhe

Reise Nr. 38

Leitung: Dr. Benigna Schönhagen

Sonntag, 15. Juli 2018 (Tagesfahrt)
Abfahrt: 8.00 Uhr Stuttgart, Karlsplatz

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Die jüdische Geschichte Karlsruhes unterscheidet sich in ihren Anfängen deutlich von der anderer Orte. Als junge Gründung des Markgrafen Carl Wilhelm von Baden-Durlach bot die Fächerstadt seit 1715 Juden Möglichkeiten, die ihnen so andernorts nicht gewährt wurden. Rasch stieg ihr Anteil an der Bevölkerung deshalb auf zehn Prozent. Fest verwurzelt in der badischen und deutschen Kultur leisteten sie einen bedeutenden Beitrag zum Aufstieg der Stadt und der badischen Industrie sowie zur Entwicklung der bürgerlichen Gesellschaft. Mit dem badischen Finanzminister Moritz Ellstätter stellten die Karlsruher Juden den ersten jüdischen Minister im Kaiserreich.

Die 1799 von Friedrich Weinbrenner errichtete Synagoge 1871 abgebrannt und durch einen gründerzeitlichen Neubau ersetzt repräsentierte den liberalen Geist des Großherzogtums, das Juden 1809 erstmals in einem deutschen Staat als Religionskörperschaft anerkannte. 1933 ist davon nichts mehr zu spüren. Auch hier stießen Nationalsozialisten die jüdischen Karlsruher systematisch aus der Gesellschaft aus, entrechteten und beraubten sie und zerschlugen ihre Einrichtungen während des Novemberpogroms 1938. Am 22. Oktober 1940 wurden mehr als 1.000 Juden aus Karlsruhe im Rahmen der "Wagner-Bürckel-Aktion" in das Lager Gurs am Fuß der Pyrenäen deportiert. Heute zählt die im Dezember 1945 neu gegründete jüdische Gemeinde, die 1971 eine neue Synagoge einweihen konnte, dank des Zuzugs von Juden aus den GUS-Staaten wieder über 800 Mitglieder.

Die Exkursion macht mit den wichtigsten Stationen der jüdischen Geschichte Karlsruhes vertraut und bietet darüber hinaus Anlass, unterschiedliche Formen der Erinnerungsarbeit kennen zu lernen.

Programm: Durlach (Rundgang mit Schlossgarten und Karlsburg) Karlsruhe (Schlossplatz, Karl-Friedrich-Denkmal, Kleine Kirche, Mendelssohnplatz [erster jüdischer Friedhof], Kronenstraße [Platz der ersten Synagoge], Kaiserstraße [ehem. Kaufhäuser Kopf und Tietz], Kriegsstraße [jüdischer Friedhof ], Hauptfriedhof [Gedenkstein], Ständehaus [Erinnerungsstätte], neue Synagoge an der Knielinger Allee).

Männer werden gebeten, eine Kopfbedeckung mitzunehmen.

Leistungen:

Preis:

82, € pro Person

Beachten Sie bitte auch unsere Allgemeinen Hinweise, die Reisebedingungen sowie unseren Taxiservice.