Auf den Spuren Hölderlins nach Bordeaux

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Auf den Spuren Hölderlins nach Bordeaux

Reise Nr. 39

In Zusammenarbeit mit der Akademie für gesprochenes Wort, Stuttgart

Leitung: Prof. Dr. Thomas Knubben

Abreise: Montag, 21. September 2020
Rückreise: Sonntag, 27. September 2020 (7 Reisetage)
Abfahrt: 8.00 Uhr Stuttgart-Weilimdorf, S-Bahnhof (Rückkehr ca. 20.00 Uhr)
Ihre Abholzeit mit dem Taxiservice entnehmen Sie bitte den Reiseunterlagen.
Zustieg: 9.00 Uhr Karlsruhe, Busbahnhof hinter dem Hauptbahnhof (Rückkehr ca. 19.00 Uhr)

Unverbindliche Zeitangaben, Änderungen vorbehalten.

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Im Jahr 2020 feiert die literarische Welt den 250. Geburtstag von Friedrich Hölderlin. So ausgreifend und weltumspannend sein Werk ist, so sehr spielte sich sein Leben in einem relativ kleinen Geviert zwischen Tübingen, Frankfurt, Jena und Regensburg ab. Nur wenige Male durchbrach er die Grenzen dessen, was er als sein Vaterland betrachtete. Im Winter 1801/1802 aber sieht er sich gezwungen, nach Bordeaux zu ziehen, "vielleicht auf immer". Ihn trieb "die Herzens- und die Nahrungsnot". In Frankreich hoffte er endlich die Existenz aufbauen zu können, die ihm zuhause immer versagt geblieben war.

Kein Land, kein literarisches Werk außer dem griechischen hat Hölderlin mehr beschäftigt und mehr bewegt als das französische. Diente Griechenland als Projektionsfläche idealischer Vorstellungen, so war Frankreich für ihn der Testfall realer Politik. In Paris und den von Frankreich beherrschten Ländern und Regionen musste sich zeigen, ob die Entwürfe der Aufklärung und die hoffnungsvollen, wenn auch blutigen Aufbrüche der Französischen Revolution sich erfüllen würden.

Zeichnung

Hafen von Bordeaux nach einem Gemälde von Pierre Lacour (1804-1806)

Das Vorhaben lässt sich gut an. Er wird freundlich empfangen und wohnt "fast zu herrlich". Doch nach wenigen Monaten kehrt er plötzlich wieder zurück. Sein Zustand ist trostlos, er ist vollkommen erschöpft und erregt zugleich. Was war ihm widerfahren?

Die Studienreise geht den Spuren von Hölderlins Frankreichabenteuer nach, macht den langen Weg, das größte Stück von ihm zu Fuß zurückgelegt, erfahrbar, verdeutlicht die Rolle von Mömpelgard, Lyon und Bordeaux für Hölderlin und in der deutsch-französischen Geschichte. Sie lässt die politischen Geschehnisse um 1800 und die Naturerfahrung bis hin zum Blick aufs Meer aufscheinen, wie sie sich in Hölderlins Werk niedergeschlagen haben.

1. Tag: "Ewig - verbunden": Stuttgart - Karlsruhe - Montbéliard/Mömpelgard als württembergische Besitzung in Frankreich, Tübinger Stiftsstipendiaten aus Mömpelgard als Informanten und Protagonisten der Französischen Revolution: Rundgang mit Bauten des württembergischen Baumeisters Heinrich Schickhardt, Schloss mit Abteilung zu Georges Cuvier (1769-1832), Altersgenosse Hölderlins, ausgebildet an der Hohen Karlsschule in Stuttgart, bedeutender Naturforscher und Bildungspolitiker um 1800. Übernachtung bei Montbéliard.

2. Tag: "er kann im Gedichte nicht leben": Frankreich unter der Herrschaft Napoleons; Hölderlins Verhältnis zu Revolution und Napoleon; Errichtung der Italienischen Republik in Lyon 1801; Beinahezusammentreffen von Dichter und Herrscher. Weiterfahrt nach Lyon: Rundgang durch die Weltkulturerbestadt mit Besuch des Musée Gadagne und der rue Emile Zola, wo Hölderlin Quartier nahm; Führung durch die teilweise privaten Gänge (Traboules) des Vieux Lyon und Fahrt mit dem Funiculaire zur Basilique Notre Dame de Fourvière; Abendessen in einem traditionellen Bouchon Lyonnais. Übernachtung in Lyon-Villeurbanne.

3. Tag: "auf den gefürchteten Höhen der Auvergne": Über Clermont-Ferrand durch die Auvergne mit Zwischenstation auf dem Puy de Sancy (Blick über die Vulkanlandschaft) nach Bordeaux: Gang über den Pont de Pierre. 3 Übernachtungen in Bordeaux.

4. Tag: "die Gärten von Bourdeaux": Rundgang durch die Stadt zu den Plätzen, an denen Hölderlin gelebt hat: Allées de Tourny mit Haus seines Dienstherrn Konsul Meyer, Börse, Chartrons mit den Weinlagern der Bordelaiser Kaufleute. Besuch der Cité du Vin in Bordeaux (neues, stilbildendes Museum zur Weingeschichte und -kultur in auffallender Architektur). Abendessen in einem Bordelaiser Restaurant.

Zeichnung

Basilika Notre-Dame-de-la-fin-des-Terres in Soulac-sur-Mer

5. Tag: "Dort an der luftigen Spitz": Fahrt ins Médoc, Besuch des Meyerschen Landgutes in Blanquefort, dann die Gironde entlang an die Pointe de Grave, die Mündung der Gironde ins Meer, und weiter zur romanischen Basilika von Soulac-sur-Mer, Station der Pilger auf dem Jakobsweg von England her. Abendessen auf einem Château mit Weinprobe.

6. Tag: "des dunklen Lichtes voll": Vormittags Musée des Beaux Arts und Stadtrundgang zu Relikten des Sklavenhandels. Fahrt zur Übernachtung nach Meung-sur-Loire, nach dem Abendessen Lesung des Berichtes "Eine Vermuthung" (1856) von Moritz Hartmann, die bei Tours spielt.

7. Tag: "Der ruhigwandelnden Töne voll": Lunéville (Residenzstadt der Herzöge von Lothringen, wo 1801 der Frieden von Lunéville geschlossen wurde, Ausgangspunkt für Hölderlins Gesang "Friedensfeier") - Karlsruhe - Stuttgart.

Leistungen:

Preis:

€ 1.850,- pro Person im Doppelzimmer
€ 2.145,- pro Person im Einzelzimmer

Außer beim Frühstück und bei der Weinprobe zum Abendessen am 5. Tag sind Getränke zu den Mahlzeiten nicht im Reisepreis enthalten.

Reisepapiere für deutsche Staatsangehörige:

gültiger Personalausweis oder Reisepass

Zu Mindestteilnehmerzahl, Absagefrist und Gruppengröße siehe unsere Allgemeinen Hinweise