Namibia Faszination Südwest-Afrika: Kultur, Geschichte und Natur zwischen Swakopmund und Waterberg

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Namibia Faszination Südwest-Afrika: Kultur, Geschichte und Natur zwischen Swakopmund und Waterberg

Reise Nr. 47

Leitung: Dr. Raimund Waibel

Abreise: Freitag, 20. November 2020
Rückreise: Freitag, 4. Dezember 2020 (15 Reisetage)
Abfahrt: Stuttgart-Weilimdorf, S-Bahnhof
Voraussichtliche Fahrt-/Flugzeiten (Ortszeiten): Abfahrt am frühen Nachmittag / Abflug Frankfurt 20.11. abends, Ankunft Windhuk 21.11. morgens / Abflug Windhuk 3.12. abends, Ankunft Frankfurt 4.12. morgens / Rückkehr zum Abfahrtsort gegen Mittag (unverbindliche Zeitangaben, Änderungen vorbehalten)
Die genauen Flugzeiten und Ihre Abholzeit mit dem Taxiservice entnehmen Sie bitte den Reiseunterlagen.

Informationsabend:

am Donnerstag, 7. Mai 2020, um 19.00 Uhr in unserer Geschäftsstelle, Weberstr. 2, 70182 Stuttgart. Die Teilnahme ist kostenfrei. Bitte melden Sie sich bis Donnerstag, 30. April 2020, unter Tel. 0711 23942-11 an.

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Namibia, das ist zunächst und allererst Afrika im südwestlichsten Zipfel des Kontinents mit all seiner Faszination von Land und Leuten, Flora und Fauna: die überwältigende Landschaft der trockenen, oft felsigen Heimat der schwarzen und weißen Namibianer. Das sind um nur von dieser Studienreise berührte Landschaften zu erwähnen die roten Sande der Kalahari und die Wüste Namib mit den gigantischen Dünen des Sossusvlei und des Dead Vlei, zwischen denen der Tsauchab-Fluss einfach verschwindet, und die zerklüfteten Naukluftund Erongo-Gebirge. Im Nationalpark der Etosha-Pfanne fasziniert die afrikanische Tierwelt mit Elefanten, Löwen, Geparden, Giraffen, Nashörnern, Zebras, Springböcken, Kudus und vielen anderen Wildtieren, vor allem Vögeln. Unter den wenigen Städten des Landes steht die quirlige Hauptstadt Windhuk im auffälligen Kontrast zum noch stark wilhelminisch geprägten, durch den Benguela-Strom vor der Küste gekühlten, vergleichsweise beschaulichen Swakopmund.

Zeichnung

Selbstbewusste Herero-Frauen

Nicht weniger als von der Geologie, Flora und Fauna ist diese Studienreise von der Beschäftigung mit der Geschichte des Landes geprägt von der Vorgeschichte bis zur Gegenwart. Die überwältigenden steinzeitlichen Buschmann-Felszeichnungen und -Ritzungen zeugen von einer Jahrtausende alten Besiedlung. Die Konflikte, die seit dem 18. Jahrhundert verstärkt mit europäischen Zuwanderern, Kolonisten, Missionaren, Glücksrittern und dann auch dem Militär entstanden, gehören zur namibianischen Geschichte ebenso wie die Zeugnisse der deutschen Kolonialgeschichte, die hier wie sonst nirgendwo mehr auf der Welt zu finden sind. Das wilhelminische Kaiserreich war in seinem Überlegenheitsglauben viel zu befangen, um mit der unheilvollen Konfrontation von Schwarz und Weiß, die schließlich im Genozid an den Herero nach der Schlacht am Waterberg gipfelte, umzugehen. Der Unabhängigkeitskampf der SWAPO gegen das weiße Südafrika seit 1966 mündete schließlich, für manche vielleicht überraschend, in ein bemerkenswert friedliches Zusammenleben seit der Unabhängigkeit des Landes 1990. Die Bezüge zu Württemberg um 1900 sind mannigfaltig. Sie werden etwa deutlich in vielen Exponaten und Erläuterungen in den historischen Museen des Landes und sind Bestandteil so manch einer Biographie der Siedler in "Deutsch-Südwest".

1. Tag: Abflug nach Afrika: Anreise per Bus von Stuttgart zum Flughafen Frankfurt abends Abflug nach Windhuk.

2. Tag: Faszination Kalahari: Nach der Ankunft in Windhuk kleiner Imbiss und Fahrt in die rote Landschaft der Kalahari. Auf dem Weg südwärts nach Rehoboth, einst Hauptort des "Homelands" der traditions- und selbstbewussten Baster, Nachkommen von Buren und Nama-Frauen ("Rehobother Museum", Pauluskirche von 1906) führt der Friedhof "Heroe's Acre" in die jüngere Vergangenheit und Gegenwart Namibias zugleich. Durch die Kalahari zur Übernachtung mitten in der Savanne. Die Fahrt in den Dünen zum Sonnenuntergang im Geländewagen bleibt ein unvergessliches Erlebnis.

3. Tag: Auf zur Namib!: Über Mariental, das Tal des Fish Rivers, Maltahöhe (Farmhaus des Diamantenkönigs August Stauch, Schutztruppengräber, kleine museale Sammlung zur Schutztruppengeschichte), den Zarishoodge-Pass undnach vielen Fotostopps erreichen wir die Namibwüste und den Sesriem-Canyon. Kleine Wanderung im Canyon, einem geologischen Lehr- und Bilderbuch. Übernachtung nahebei in einer Lodge. Zum Abendessen ein namibianisches "Braai" (afrikaans: "Braten/Grillen") unter dem einmaligen Sternenhimmel der Namib.

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Dünenlandschaft des Dead Vlei

4. Tag: Im Bann der Namib-Wüste: Früh am Morgen und vor der Hitze des Tages Besuch eines unzweifelhaften Höhepunkts einer Namibiareise: des Sossusvlei und Dead Vlei. Die Flora und Fauna, darunter Gazellen und Antilopen, dieser von 200 Meter hohen Sanddünen umgebenen Lehmsenken hängen von den gelegentlichen Wassern des Tsauchab-Flusses ab. Von den Dünen führt die Reise danach durch eine wilde Landschaft nach Norden: durch die Namib und die Naukluftberge, den Wendekreis des Steinbocks querend, über den Wüstenort Solitaire, den Kuiseb- und den Gaub-Canyon (kleiner Spaziergang) und über den Kuiseb-Pass zur Atlantikküste, nach Swakopmund. 2 Übernachtungen in Swakopmund.

5. Tag: Kolonialgeschichte in Swakopmund: Swakopmund war das wirtschaftliche Herz des deutschen "Schutzgebiets" Südwestafrika und der Hafen das Tor zur großen weiten Welt. Im Kern der Stadt haben sich viele Gebäude als Zeugen der deutschen Kolonialgeschichte erhalten. Ausführlicher Rundgang, u.a. "Hohenzollernhaus", Altes Amtsgericht, Lazarett, Kaserne, Woermann-Haus (Kaufmannshaus) mit Woermann-Turm, alter Bahnhof, Kirche, wilhelminische Landungsbrücke "Jetty", Swakopmund-Museum, Leuchtturm, Denkmäler für die Gefallenen und die im Gefangenenlager umgekommenen Opfer des Hereroaufstands, Mineralienausstellung in der fantastischen "Kristall-Galerie", Holzschnitzerstände. Spätnachmittags Ausflug entlang der Küste nach Walvis Bay (kleine Rundfahrt, Blick in den modernen Hafen, Fahrt in die Lagune mit Tausenden von Flamingos, Saline).

6. Tag: Die Wüste lebt!: Morgens naturkundlich-zoologische Exkursion in die geheimnisvolle Welt der Kleinlebewesen in den Dünenfeldern bei Swakopmund. Nachmittags geht es entlang der Skelettküste (Schiffsfriedhof) und dann durch die Savanne nach Usakos (deutscher Kolonialbahnhof mit vergessenen Waggons und einer Lokomotive, deutsche Kolonialgebäude in der Stadt) zur Übernachtungslodge in den Erongo-Bergen.

7. Tag: Rund ums "Matterhorn Namibias" die Erongoberge: Morgens Wanderung (ca. 2 Stdn.) durch die felsige Savanne zu den Jahrtausende alten Felszeichnungen in der weit zum Tal hin geöffneten Phillipshöhle (ausführliche Betrachtung, Rast) auf dem Gelände der Ameib-Farm, einer ehemaligen rheinischen Missionsstation. Nach einem Picknick lockt der zweithöchste Berg Namibias, die Spitzkoppe, das "Matterhorn" Namibias (Rundfahrt und diverse Besichtigungen: Felsenbrücke, Felszeichnungen, Klippschliefer-Beobachtung, Reste eines Schutztruppen-Wachtpostens ...). Zum Tagesausklang Besuch der informationsreichen Ausstellung der "Tsiseb-Conservancy" in Uis (conservancies: indigene Organisationen zur ökologisch-nachhaltigen Nutzung des Landes, auch durch Tourismus); Gespräch mit Mitarbeitern dieses speziell namibianischen Entwicklungskonzepts, Shop. Übernachtung bei Uis.

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Felszeichnung

8. Tag: Im Land der prähistorischen Felszeichnungen: Frühmorgens Wanderung (2 Stdn.) durch die atemberaubende Landschaft des Tsiseb-Tals zu beeindruckenden, Jahrtausende alten Felszeichnungen, in deren Zentrum inmitten von Menschen und Tieren das berühmte Bild der sogenannten "White Lady" steht in Wirklichkeit die Wiedergabe eines Jägers. Um die Mittagszeit weiter ins Land der Nama (Blicke auf den "verbrannten Berg" und den Basaltfluss der "Orgelpfeifen") nach Twyfelfontein (der sporadisch Wasser führende "Zweifelbrunnen"): Rundgang zu Dutzenden am Spätnachmittag besonders beeindruckenden Felszeichnungen (Jäger, Tiere der Savanne: Löwen, Giraffen, Elefanten ...). Wenn es die Wetterverhältnisse zulassen, kurze Fahrt ins Flusstal Aba Huab auf der Suche nach Wüstenelefanten. Übernachtung bei Twyfelfontein.

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Wasserstelle im Etosha-Nationalpark

9. Tag: Durchs Damaraland zur Etosha-Pfanne: Landschaftlich abwechslungsreiche Fahrt mit vielen Fotomotiven an Palmwag vorbei über den Grootberg-Pass und das Grootberg-Plateau (mit Einblicken in das Etendeka-Plateau) und Kamanjab zum Westeingang des Etosha-Nationalparks. Fahrt durch den seltener besuchten Westteil des Nationalparks bis zur Etosha-(Salz-)Pfanne zur Wildbeobachtung (Okondeka-Wasserloch). Je nach Straßen- und Wetterverhältnissen weitere Tierbeobachtungen und/oder Besuch des bizarren "Märchenwalds" der endemischen Moringa-Bäume. Übernachtung innerhalb des Parks im Okaukuejo-Camp (absoluter Höhepunkt: das nachts beleuchtete Wasserloch mit Dutzenden von Tieren in nächster Nähe, oft Großwild). 10. Tag: Von Wasserloch zu Wasserloch Fotosafari in der Etosha-Pfanne: Ganztägige "Foto-Pirsch" auf den Spuren der Tierwelt der Etosha-Pfanne. Übernachtung in Fort Namutoni, ursprünglich ein Fort der deutschen Kolonialtruppe.

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Fort Namutoni

11. Tag: Spuren deutscher Kolonialgeschichte: Namibias Nordwesten ist noch in besonderer Weise von seiner "deutschen" Vergangenheit geprägt. Morgens noch weitere Tierbeobachtungen im Nationalpark, von dort ins "Maisdreieck" Namibias nach Grootefontein (Besuch des gut erhaltenen Schutztruppenforts mit Museum), Mittagspause am Hoba-Meteoriten, dem größten Metall-Meteoriten der Welt. Nachmittags steht mit der noch sehr kolonial geprägten Stadt Tsumeb ein weiteres Zentrum von ehemals "Deutsch-Südwest" auf dem Programm (historischer Rundgang: u.a. katholische Kirche, deutsche Schule, Minenbüro, Direktorenhaus, bemerkenswertes Museum). Übernachtung im "deutschen" "Minen-Hotel".

12. Tag: Am Waterberg: Dem Waterberg, einem rund 50 km langen Tafelberg, der zu den landschaftlichen Höhepunkten Namibias zählt, nähern wir uns von Norden auf Nebenstraßen durch das ehemalige Herero-Homeland über Otavi, die Kombat-Kupfermine und das Denkmal zur Kapitulation der Schutztruppe 1914. Besuch von Erinnerungsplätzen der deutschen Kolonialgeschichte im Waterberg-Plateau-Nationalpark: Mittagspause in der ehemaligen Kolonial-Polizeistation, Reste der alten Anlagen, Friedhof, kleine Wanderung in herrlicher Landschaft auf dem Lehrpfad zur Geschichte der Schlacht am Waterberg 1904. Übernachtung im Nationalpark.

13. Tag: Das afrikanische Namibia in Vergangenheit und Gegenwart: Nach Okahandja (Rundgang vom historischen Kolonialbahnhof zur Kirche der Rheinischen Mission und zum Grab des Orlam Jonker Afrikaner, eines bedeutenden Hereroführers des 19. Jhs.). Nachmittags mit einem einheimischen Führer Besuch in Katatura, dem "afrikanischen" Teil Windhuks als Kontrast zur weiß geprägten Windhuk-City. Hier leben Herero, Ovambo, Nama, Damara ... quasi alle Bevölkerungsteile Namibias. Übernachtung in Windhuk.

14. Tag: Windhuk die Hauptstadt: Mit einer ausführlichen Besichtigungstour durch Windhuk-City verabschieden wir uns von Namibia: u.a. Christuskirche (Jugendstil), Alte Feste, Schutztruppendenkmal, Leutweinfriedhof, Parlamentsgebäude "Tintenpalast" (sofern keine Parlamentssitzung), Unabhängigkeitsmuseum, Owela-Museum (natur- und völkerkundliches Museum), Rundgang im modernen Zentrum. Transfer zum Flughafen und Rückflug nach Frankfurt.

15. Tag: Ankunft in Deutschland und Heimreise: Ankunft in Frankfurt, Bustransfer nach Stuttgart.

Leistungen:

Preis:

€ 5.995,- pro Person im Doppelzimmer
€ 6.280,- pro Person im Einzelzimmer

Außer beim Frühstück sind Getränke zu den Mahlzeiten nicht im Reisepreis enthalten.

Als ausführende Fluggesellschaft vorgesehen ist Air Namibia. Änderungen der ausführenden Fluggesellschaft behalten wir uns ausdrücklich vor. Selbstverständlich werden wir Sie darüber rechtzeitig informieren.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige:

als Touristen visumfrei möglich für 90 Tage pro Kalenderjahr. Notwendig ist ein mindestens sechs Monate über das Reiseende hinaus gültiger Reisepass in einwandfreiem Zustand (weder beschädigt, z. B. geknickt, eingerissen, selbst "repariert" oder versehentlich mitgewaschen, noch durch Verschmutzung schwer oder nicht leserlich) mit mindestens zwei freien Seiten.

Gesundheitspolizeiliche Anforderungen Ihres Reiseziels:

Bei Einreise direkt aus Deutschland keine.

Mindestteilnehmerzahl:

14 Personen. Eine eventuelle Absage muss Ihnen spätestens 30 Tage vor Reisebeginn zugegangen sein. Der Schwäbische Heimatbund e. V. wird die Absage der Reise ggf. unverzüglich erklären, wenn feststeht, dass die Reise wegen Nichterreichens der Mindestteilnehmerzahl nicht durchgeführt wird.Maximale Gruppengröße: 20 Personen.

Zahlungsbedingungen:

Abweichend von Ziffern 2.1. und 2.2. unserer Reisebedingungen für Mehrtagesreisen gilt für diese Reise: Höhe der Anzahlung 15% des Reisepreises, Fälligkeit der Restzahlung 30 Tage vor Reisebeginn. Bei Buchungen kürzer als 30 Tage vor Reisebeginn ist der gesamte Reisepreis sofort zur Zahlung fällig.

Informationsabend:

am Donnerstag, 7. Mai 2020, um 19.00 Uhr in unserer Geschäftsstelle, Weberstr. 2, 70182 Stuttgart

Die Teilnahme ist kostenfrei. Bitte melden Sie sich bis Donnerstag, 30. April 2020, unter Tel. 0711 23942-11 an.