Die alten savoyischen Lande:

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Die alten savoyischen Lande:

Waadtland, Savoyen, Piemont, Grafschaft Nizza und Aostatal

Reise Nr. 53

Leitung: Dr. Albert de Lange

Samstag, 22. September, bis Sonntag, 30. September 2018 (9 Reisetage)
Abfahrt: 7.30 Uhr Stuttgart-Weilimdorf, S-Bahnhof | Ihre Abholzeit mit dem Taxiservice entnehmen Sie bitte den Reiseunterlagen.
Zustieg: 8.30 Uhr Karlsruhe, Busbahnhof hinter dem Hauptbahnhof

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Das heutige Savoyen, erst seit 1860 französisch, wurde zuvor acht Jahrhunderte lang vom Haus Savoyen regiert, einer der bedeutendsten Adelsfamilien in Europa. Ihr Ahnherr Graf Humbert Weißhand hatte in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts ein kleines Gebiet um den See von Bourget geerbt. Es gelang ihm und seinen Nachfahren, ihre Herrschaft über andere Landstriche auszubreiten. Im Jahr 1232 kauften sie Chambéry und machten daraus die Hauptstadt. 1415 erhielten sie dann den Titel "Herzog von Savoyen".

Schon im 11. Jahrhundert fassten die Savoyer auch Fuß auf der italienischen Seite der Alpen. Zunächst gelangten sie in den Besitz des Aosta-Tales, danach durch geschickte Heiratspolitik auch des Piemont. Im 13. Jahrhundert fügten sie ihrem Territorium das Waadtland und Teile des Wallis auf der schweizerischen Seite ein und beherrschten um 1300 so die wichtigsten Pässe der Westalpen. 1388 bekamen sie durch die Annexion der Grafschaft Nizza Zugang zum Meer. Unter Amadeus VIII., seit 1415 Herzog und vom Konzil in Basel sogar 1439 zum Papst gewählt, dehnte sich das Territorium vom schweizerischen Murten bis zum Mittelmeer aus.

Im 16. Jahrhundert mussten die Savoyer dann herbe Niederlagen einstecken. Die protestantischen Berner drängten sie 1536 aus dem Waadtland und entzogen Genf ihrem Einflussbereich. Frankreich eroberte Savoyen und Piemont und hielt beide Territorien Jahrzehnte lang in seinem Besitz. Erst Herzog Philipp Emanuel konnte seit 1559 mit Unterstützung der Habsburger die alten savoyischen Länder mit Ausnahme des Waadlandts wieder in einer Hand vereinen. Durch die Verlagerung der Hauptstadt von Chambéry nach Turin 1563 wurde das Piemont zum eigentlichen Schwerpunkt der Herrschaft der Savoyer. Sie gewannen Teile der fruchtbaren Po-Ebene dazu und konnten sich seit 1718 Könige von Sardinien nennen. Dank französischer Unterstützung bekamen sie 1860 die Lombardei und 1861 die italienische Königskrone und überließen dafür Frankreich die Grafschaft Nizza und das Herzogtum Savoyen.

Es gab immer wieder Kriege zwischen Frankreich und den Savoyern, aber auch einen ständigen, intensiven Austausch zwischen französischer und italienischer Kultur. Nirgendwo in Italien ist die Spätgotik so stark vertreten wie im Piemont. Vor allem im Zeitalter von Gegenreformation und Absolutismus machte sich der Einfluss Frankreichs bemerkbar: die Herzöge bauten Turin zu einer barocken Stadt aus und umgaben es mit Schlössern im Stil von Versailles.

Die Reise lässt Sie die Geschichte und Kultur der "alten savoyischen Lande" wieder entdecken. Sie wird zeigen, dass das Haus Savoyen über einen Alpenstaat regierte. Immer wieder führt der Weg über hohe Pässe mit großartigen Ausblicken über die Westalpen, insbesondere auch auf den Montblanc.

1. Tag: Ins idyllische Waadtland: Stuttgart – Karlsruhe – Murten (das idyllische Städtchen gehörte im Mittelalter mehr als 200 Jahre lang den Savoyern) – Romainmôtier (wunderbar gelegene romanische Klosterkirche) – Nyon am Genfer See (einer der wichtigsten Stützpunkte der Savoyer im Waadtland, schöner Blick auf das Montblanc-Massiv, Übernachtung).

2. Tag: Immer wieder der Montblanc: Schloss Ripaille bei Thonon (Wohnsitz Herzog Amadeus’ VIII., der später Papst wurde) – durch die eindrucksvolle Dranse-Schlucht über Morzine und Cluses zum Plateau d’Assy (moderne Kirche Notre-Dame-de-Toute-Grâce, 1938-43 erbaut, mit Werken von Künstlern wie Fernand Léger und Marc Chagall, herrlicher Ausblick auf den Montblanc) – Weiterfahrt nach Annecy am Ufer des gleichnamigen Sees (Rundgang durch die pittoreske Altstadt, 2 Übernachtungen).

3. Tag: Das savoyische Kernland: Hautecombe (berühmte Abtei am See von Bourget, Grablege der meisten savoyischen Grafen und Herzöge, heute leben dort wieder Mönche) – Chambéry (bis 1563 Residenz der Savoyer, Gang durch die Altstadt mit Kathedrale und Schlosskapelle).

4. Tag: Über den Mont-Cenis-Pass ins Piemont: Durch das Tal der Arc mit der ehemaligen Bischofsstadt St. Jean-de-Maurienne über den Pass des Mont Cenis, seit 1860 Grenze zwischen Frankreich und Italien, ins Susa-Tal: Novalesa (berühmtes mittelalterliches Kloster) – Susa (durch die strategisch wichtige Stadt, die den Zugang zu zwei wichtigen Pässen kontrollierte, verlief die römische Via Domitia; trotz ihrer militärischen Bedeutung haben erstaunlich viele römische und mittelalterliche Bauwerke überlebt, Übernachtung).

5. Tag: Über die Alpen zum Mittelmeer: San Antonio di Ranverso (frisch renovierte Pilgerkirche mit spätgotischen Fresken von Jaquerio) – durch den Tenda-Tunnel unterqueren Sie die Seealpen und erreichen die alte Grafschaft Nizza. Im Roya-Tal verlief einmal die alte Salzstraße, es wurde erst 1947 französisch. Weiterfahrt nach Nizza (2 Übernachtungen).

6. Tag: Ein Tag in Nizza: In der Altstadt folgen Sie den Spuren, die an die 500-jährige Herrschaft der Savoyer erinnern. Das Matisse-Museum ist in dem Haus untergebracht, wo der Künstler die letzten 16 Jahre seines Lebens verbracht hat.

7. Tag: Turin, Hauptstadt der Savoyer: An der Küste entlang durch Ligurien (die Region, die größtenteils der Stadtrepublik Genua gehörte, fiel 1814 an die Savoyer) und über die ligurischen Berge nach Turin (seit 1563 Hauptstadt Savoyens, von den Herzögen, später Königen von Sardinien, zu einer der schönsten Barockstädte Europas ausgebaut; Wanderung durch die mittelalterliche und barocke Altstadt, abends Möglichkeit zum Austausch mit einem italienischen Gast; Übernachtung).

8. Tag: Das römische Aosta: Über die Kirche Superga oberhalb von Turin (im 18./19. Jh. Grablege der Savoyer, großartiges Panorama) ins Aosta-Tal, eines der ältesten Territorien der Savoyer: Schloss Issogne (interessante Fresken aus dem 15. Jh.) – Aosta (die Stadt beherrschte den Zugang zum Großen und Kleinen St. Bernhard, die historische Altstadt enthält noch viele römische und mittelalterliche Gebäude; Übernachtung).

9. Tag: Das Schloss von Chillon: Über den Großen St. Bernhard (bei geeignetem Wetter über den Pass, sonst durch den Tunnel), durch den Kanton Wallis und das Rhônetal geht es zum Schloss Chillon am Genfer See, einem der wichtigsten Stützpunkte der Savoyer im Waadtland. Von hier aus konnten sie den Zugang zum Simplon und Großen St. Bernhard überwachen. Rückfahrt nach Karlsruhe und Stuttgart.

Für die Besichtigungen sind feste Schuhe erforderlich.

Leistungen:

Preis:

€ 1890,– pro Person im Doppelzimmer
€ 2170,– pro Person im Einzelzimmer

Reisepapiere: gültiger Personalausweis oder Reisepass

Beachten Sie bitte auch unsere Allgemeinen Hinweise, die Reisebedingungen sowie unseren Taxiservice.