Kulturlandschaft des Jahres 2015 | 2016 Schwäbischer Wald

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Kulturlandschaft des Jahres 2015 | 2016 Schwäbischer Wald

Wichtiger Hinweis!

Die offizielle Homepage der Kulturlandschaft des Jahres www.kulturlandschaft-des-jahres.de des Schwäbischen Waldes besteht nicht mehr. Sie finden hier einige allgemeine Informationen zu diesem Projekt.

Landkarte

Das grün markierte Gebiet umfasst die Kulturlandschaft der Jahre 2015/16.


Baden-Württemberg ist besonders reich an charakteristischen Landschaften - jede von ihnen zeigt besondere, ja oft faszinierende Bilder. Und in allen hat der wirtschaftende und gestaltende Mensch seine Spuren hinterlassen. Allerdings ist der hohe Wert der Landschaft vielen Menschen nicht immer bewusst. Das ist bedauerlich, denn manche Gebiete befinden sich in einem rasanten – ökonomischen und sozialen – Wandel. Nicht immer zum Guten: Die Landwirtschaft entwickelt sich zur rationalisierten Agroindustrie, Arten sterben, Siedlungen ufern aus, dem Fortschritt zuliebe werden wertvolle alte Gebäude geopfert. Die Landschaften werden gleichförmiger, ihre individuellen Züge gehen verloren. Dabei sollte sich doch unser „Ländle“ von anderen Regionen deutlich unterscheiden.

Wald

Rastplatz an einem Bach im schwäbischen (Laub-)Wald (© Bossow)


Wir vom Schwäbischen Heimatbund bemühen uns seit langem um eine nachhaltige und nicht nur auf materiellen Gewinn zielende Entwicklung unserer Landschaften. Mit dem Projekt „Kulturlandschaft des Jahres“ soll auf deren Wert und den Umgang damit aufmerksam gemacht werden. Wir werben mit örtlichen Partnern und durch vielerlei Veranstaltungen für die Pflege der Landschaft und eine schonende künftige Gestaltung.

kleines Schloss

Das Untere Schloss in Alfdorf


Bei dem Projekt wird jeweils über einen Zeitraum von zwei Jahren ein Gebiet unseres Landes in all seiner Eigenart ins Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt. Stromberg, Heuchelberg und Zabergäu waren 2009/2010 die ersten so hervorgehobenen Kulturlandschaften; Albuch, Härtsfeld und Lonetal folgten danach. Nach dem Württembergischen Allgäu ist nun für die Jahre 2015 und 2016 der Schwäbische Wald als «Kulturlandschaft des Jahres» ausgewählt worden.

Landschaftspanorama im Herbst

Herbstliche Landschaft bei Spiegelberg


Dieser Raum wird durch die überwiegend aus Keupergesteinen aufgebauten Berge und Höhenrücken, den Waldcharakter und die vielen Streusiedlungen geprägt – er zeigt damit eine ganz andere Struktur als die umgebenden vom Klima und Böden verwöhnten Gäulandschaften. Viel Natur, viel Verborgenes wie die mannigfachen Spuren der Waldgewerbe, aber auch viele Kulturgüter lassen sich in diesem eher ruhigen Landstrich entdecken und erleben. Der Schwäbische Wald – „der Wald“ - wird als begehrtes Naherholungsgebiet vor den Toren der Landeshauptstadt hoch geschätzt. Um der Vielfalt dieser Landschaft gerecht zu werden, sind zahlreiche Vorträge, Tagungen, Workshops und Exkursionen zu den Themen Landschaft und Naturschutz, Denkmalschutz, Landeskunde und Archäologie geplant. Eine Wanderausstellung steht allen Gemeinden und Einrichtungen im gesamten Zeitraum zur Verfügung. Die Organisation und Durchführung geschieht durch die Kummunen in der Region, durch den Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald und die Fremdenverkehrsgemeinschaft Schwäbischer Wald e.V. – teilweise in Abstimmung mit dem Schwäbischen Heimatbund.

romanische Ornamente an einer Kirche

Romanischer Bauteil der Walterichskapelle in Murrhardt


Der Schwäbische Wald

Den Naturraum beschreibt Friedrich Weller in Heft 1.2015 der Schwäbischen Heimat in einem ausführlichen Beitrag. Der Text wird in Kürze an dieser Stelle veröffentlicht.

Gläser

Das Glasmuseum in Spiegelberg


Waldberglandschaften setzen den Schwäbisch Wald zusammen, der vom Neckarbecken bis zur Frankenhöhe und von der Hohenloher Ebene bis zur Rems reicht. Das Projekt „Kulturlandschaft des Jahres“ umfasst somit keineswegs das gesamte Gebiet des Naturparks Schwäbisch-Fränkischer Wald, sondern im Wesentlichen die Räume des Welzheimer, Murrhardter und Mainhardter Waldes Und reicht von Wüstenrot und Mainhardt im Norden, Oppenweiler und Allmersbach im Westen, Lorch und Alfdorf im Süden bis hin nach Fichtenberg und Gschwend im Osten.

Zwar haben sich die Römer, ohne die Berge und die Wälder zu scheuen, in den Wald vorgewagt und um die Mitte des zweiten Jahrhunderts den Limes schnurgerade durch das Gebiet gezogen. Die auf sie folgenden Germanen (Alamannen) mieden das Land aber zunächst. Im Vergleich zu den benachbarten Gäuen war es klimatisch zu rau; zu schwer und zu wenig fruchtbar auch die Böden auf den vorherrschenden Sandsteinschichten der Keuper-formation. Erst im 9. und 10. Jahrhundert verstärkte sich die Siedlungs- und Rodetätigkeit. Wie in allen spätbesiedelten Räumen des Landes entstanden viele Einzelhöfe und Weiler – die ingen-Ortsnamen fehlen, dafür tauchen Ortsnamen auf, wie -hau, -reut, -schwend und -hardt (letzteres eine alte Bezeichnung für Wald).

Kirche

Die Walterichskirche in Murrhardt


Der Wald und der Holzreichtum bilden bis zum heutigen Tage wichtige Wirtschaftsfaktoren. Feuerholz – oft als Scheitholz geflößt - brauchten die Salzsieder in Schwäbisch Hall und die Bewohner im städtereichen Neckarland. Große Mengen an Holzkohle wurden auch von den Eisenhütten im oberen Kochertal benötigt und riesige Mengen an Holz zum Feuern der Glasöfen und zur Gewinnung von Pottasche waren auch für die Glasmacher wichtig. Den nötigen Rohstoff Quarz lieferte der Stubensandstein. Das waldfressende Gewerbe verrät sich in vielen Orts- und Flurnamen, etwa Althütte, Glasäcker, Neufürstenhütte oder Spiegelberg.

herrschaftliches Anwesen

Schlössle und Kapelle in Mainhardt


Alles in allem fristeten viele „Wälder“ ein eher armseliges und mühsames Leben. Die Landwirtschaft reichte nur für das Nötigste. Nach dem Niedergang der Waldgewerbe, etwa der Glasherstellung, war man gezwungen, Ersatzgewerbe zu betreiben. Man stellte Schindeln, Stiele, Löffel, Rechen und viele andere Geräte her und vertrieb sie im Hausierhandel. Heute haben sich die Lebensbedingungen den umgebenden Gebieten angepasst. Auto und öffentliche Verkehrsmittel ermöglichen das Pendeln in die Städte im Raum und im Neckarland. Die Mobilität sorgt auch dafür, dass immer mehr Fremde „den Wald“ schätzen. Sie wandern, joggen, radeln und informieren sich auf zahllosen Wander- und Themenwegen sowie in Museen und Mühlen und zuvörderst im Naturpark-Zentrum des über das Besondere der stillen, geheimnisvollen Waldlandschaft.

Bach im Winterwald

Der Hörschbach nahe Murrhardt im Winter


Was war geplant?

Der Schwäbische Heimatbund und seine Partner haben 2015 und 2016 zahlreiche Studienfahrten und Exkursionen zur Landschaftsgeschichte, zu historischen Kleinoden und dem Weltkulturerbe Limes, zu idyllisch gelegenen Mühlen und malerischen Städtchen, zu Burgen und Kirchen, auf den Spuren alter Handwerksgeschichte und einstigem Waldgewerbe durchgeführt. Bei alldem werden natürlich auch die kulinarischen Erkundungen nicht vernachlässigt. Vor allem aber waren es regionale Einrichtungen, Vereine und Kommunen, die ein vielseitiges Programm boten.

Wanderausstellung Termine 2016

Die Wanderausstellung zur Kulturlandschaft des Jahres 2015-2016 Schwäbischer Wald wird 2016 an folgenden Orten gezeigt:

1.12.2015 bis 31.1.2016 | Murrhardt, Naturparkzentrum
1.2. bis 19.2. Kreissparkasse Schorndorf, Schulstraße 17
22.2. bis 11.3. Kreissparkasse Welzheim, Kirchplatz 4
14.3. bis 1.4. Kreissparkasse Backnang, Am Obstmarkt 7
4.4. bis 22.4. Kreissparkasse Weinstadt-Endersbach, Strümpfelbacher Straße 27
25.4. bis 13.5. Kreissparkasse Waiblingen, Fellbach, Stuttgarter Straße 4
Vorschau:
September 2016 | Gaildorf
Oktober 2016 | Gschwend

Änderungen vorbehalten

Dank

Der Schwäbische Heimatbund dankt seinen Partnern für die Unterstützung des Projekts: der Fremdenverkehrsgemeinschaft Schwäbischer Wald (www.schwaebischerwald.com) und insbesondere dem früheren Landrat Johannes Fuchs sowie Geschäftsführerin Barbara Schunter, dem Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald (www.naturpark-sfw.de) mit seinem Vorsitzenden Thomas Bernlöhr und dem Geschäftsführer Berhard Drixler, den Kreissparkassen in Waiblingen, Heilbronn und Schwäbisch Hall, allen Kommunen des Projektgebiets sowie deren Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern.