Perspektiven der Historischen Dorfanalyse aus kommunaler Sicht

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Perspektiven der Historischen Dorfanalyse aus kommunaler Sicht

Das Referat von Dipl.-Ing. Georg Zimmer, Bau- und Kulturbürgermeister von Leutkirch, war frei vorgetragen. Das folgende Thesenblatt gibt in Stichworten die Leitideen seines Vortrags wieder und war Bestandteil der Tagungsmappe.

Thesenblatt zum Vortrag von:

von Georg Zimmer
im Rahmen der Tagung
"Historische Dorfanalyse - Perspektiven für die Entwicklung im Ländlichen Raum"
am 27. Juni 2003 im Gemeinschaftshaus von Dürmentingen-Heudorf

Georg Zimmer während seines Vortrags

Georg Zimmer, Bau- und Kulturbürgermeister Leutkirch

I.

Seit Jahrzehnten wird der Dorfentwicklung neben der Erneuerung der historischen Altstädte einige Aufmerksamkeit geschenkt. Dorfentwicklungsprogramme und Aktionen wie "Unser Dorf soll schöner werden" haben zur Bewusstseinsbildung über den Wert von Dörfern beigetragen. Bei den Bemühungen um die Weiterentwicklung der Dörfer steht meist das optische Erscheinungsbild im Vordergrund, ohne dass Kenntnisse über die Entstehung des Dorfes, seiner Struktur und Gestaltungsmerkmale vorhanden sind.

II.

Dörfer sind häufig älter als die Städte, deren Geschichte aber weniger bekannt, weil weniger spektakulär. Historische Dorfanalysen bilden die Basis für Erneuerungsmaßnahmen. Sie sind Grundlage für Planungsüberlegungen und machen den Dorfbewohnern ihre Dorfgeschichte schmackhaft. Sie tragen damit zur Belebung der Dorfgemeinschaft bei, eine zwingende Voraussetzung für eine sinnvolle Dorfentwicklung.

III.

Historische Dorfanalysen müssen eingebettet sein in den regionalen geschichtlichen Kontext. Die aktuelle Landesausstellung "Alte Klöster - Neue Herren" zeigt, dass die geschichtlichen, politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auch für das Verständnis der lokalen Dorfentwicklung unerlässlich sind. Es wäre wünschenswert, für das Verständnis der wichtigsten geschichtlichen Fakten auf regionaler Ebene einen allgemein verständlichen Abriss der wichtigsten historischen Daten zusammenzustellen, der den Schulen, der Staats- und Kommunalverwaltung und interessierten Bürgern zur Verfügung gestellt werden sollte. Damit könnte ein geschichtliches Grundwissen vermittelt werden, das auch für die heutige Kommunalpolitik hilfreich wäre.

IV.

Zur Erarbeitung der historischen Dorfanalyse sind vielfältige Erhebungsmethoden denkbar. Einen Teilaspekt bildet die Erfassung heimatpflegerisch wertvoller Gebäude. Ein Beispiel dafür ist der "Gebäudeatlas württembergisches Allgäu". Er wurde von der Arbeitsgemeinschaft württembergisches Allgäu e.V. erarbeitet und ist Teil eines Kulturlandschaftskatasters, das in den nächsten Jahren im Rahmen des INTERREG-Projektes "Natur- und Kulturerbe Allgäu" schrittweise aufgebaut wird. Der Gebäudeatlas enthält auch Aussagen zur ländlichen Baugeschichte und zeigt Erkennungsmerkmale für das Alter landwirtschaftlicher Gebäude.

(Anlagen des Papiers waren (a) ein Datenblatt aus dem Gebäudeatlas württembergisches Allgäu sowie (b) ein Blatt mit Erscheinungsformen von Bauernhäusern des Allgäus aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Diese Anlagen können hier aus technischen Gründen nicht dargestellt werden.)