Sabine Thomsen: Die württembergischen Königinnen.

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Sabine Thomsen: Die württembergischen Königinnen.

Titel mit Bildnissen von fünf Frauen

Charlotte, Mathilde, Katharina, Pauline, Olga, Charlotte - Ihr Leben und Wirken.

Mit einem Vorwort von Diane Herzogin von Württemberg.
Silberburg- Verlag Tübingen 2006.
160 Seiten mit 60 Abbildungen. Gebunden 22,90 Euro.
ISBN 3-87407-714-4

Karikaturen sollen Personen und ihr Tun zuspitzen. So war das schon immer. Die Dargestellten finden das zumeist nicht so erheiternd. So war das auch beim ersten württembergischen König Friedrich, genannt der dicke Friedrich, und seiner englischen Gemahlin Charlotte Mathilde. Im liberalen England erschienen Karikaturen, die im absolutistischen Württemberg verboten waren. Sie zeigten Die Hochzeitsnacht und den Kuss, in denen man sich Gedanken machte über die Liebesbeziehung zwischen den beiden schwergewichtigen Brautleuten. Derlei informativer Lese- und Bildstoff findet sich in dem vorliegenden Buch.

In den 112 Jahren, in denen Württemberg Königreich war, regierten vier Könige das Land. An ihrer Seite standen fünf Königinnen, da König Wilhelm I. nach dem Tod der Königin Katharina eine zweite Ehe einging. Schon die Herkunft der württembergischen Monarchinnen weist auf ihre unterschiedlichen Persönlichkeiten hin: Großbritannien, zwei Mal Russland, Württemberg und Schaumburg-Lippe. Bisher blieb das Bild dieser Frauen eigenartig blass, schreibt die aus Frankreich stammende Herzogin (und Künstlerin), die, wäre Württemberg noch eine Monarchie, das Land jetzt als Königin repräsentieren könnte.

Dass diese Frauen nicht mehr blass wirken, sondern Farbe erhielten, ist dem Buch von Sabine Thomsen zu danken, die sich ihrem Großonkel, dem Historiker Hans-Martin Decker-Hauff verpflichtet fühlt, der sagte: Vergesset mir die Fraue net! Sie hat Bekanntes {auch aus dem nahen Bebenhausen), aber auch manch neue Erkenntnisse aus dem höfischen Alltag zu einem sehr persönlichen und gelungenen Bild der Königinnen zusammengefügt.

Sie schließt damit eine Lücke in der Literatur, denn bisher gab es nur Einzeldarstellungen von unterschiedlicher Qualität. Das Buch ist mit zahlreichen, teils noch nie veröffentlichten Abbildungen reich illustriert und im Jubiläumsjahr ein kleines Juwel für alle landesgeschichtlich Interessierten. Das Buch wird wohl für eine lange Zeit unentbehrlich sein.

(Helmuth Eisenbach)