Mitgliederversammlung 2009 der Orts- und Regionalgruppe Nürtingen

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Mitgliederversammlung 2009 der Orts- und Regionalgruppe Nürtingen

Im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung der Orts- und Regionalgruppe Nürtingen am 9. Februar 2009 standen nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden der Gruppe, Horst Ansel, das Grußwort des Vereinsvorsitzenden Fritz-Eberhard Griesinger und der Vortrag der Kunsthistorikerin und Kulturwissenschaftlerin Martina Blaschka, die beim Landesamt für Denkmalpflege die landesweite Erfassung der Kleindenkmale koordiniert.

Günter Schmitt, selbst Mitglied des Schwäbischen Heimatbunds, hat in der Nürtinger Zeitung eingehend über die Mitgliederversammlung berichtet. Die nachfolgenden Auszüge aus seinem Bericht machen die vielfältigen Informationen des Abends deutlich:

Manche Zahlen sprechen Bände. Zum Beispiel diese: Seit 1950 sind 60% Prozent der Bevölkerung von Baden-Württemberg zugezogen. Der Vorsitzende des Gesamtvereins sieht trotz der Bevölkerungsverschiebung nicht schwarz für die Zukunft des Heimatbunds. Fritz-Eberhard Griesinger nannte dafür eine Reihe von Gründen. So ist dies nicht die erste gründliche Durchmischung der Bevölkerung im Schwäbischen. Die Menschen fassen Fuß und werden mit der Zeit ebenfalls bodenständig. Schon jetzt ist eine erhebliche Zahl der Heimatbundmitglieder zugezogen. Viel eher macht ihm die Kürzung der Mittel für die Denkmalpflege Sorgen. Sie werde die Arbeit der Organisation beeinträchtigen.

Der Gesamtverein Heimatbund begeht am 11. Juli in Sindelfingen sein 100-jähriges Bestehen. Fritz-Eberhard Griesinger ist es ein Anliegen, dass möglichst viele Mitglieder an den Jubiläumsveranstaltungen teilnehmen. Auch die Nürtinger Gruppe wird auf das Jubiläum eingehen. Im September wird im Bürgersaal des Rathauses eine Ausstellung stattfinden, die am Beispiel der eigenen Ortsgruppe die Geschichte des Heimatbunds zeigt. Nach dem Urteil von Fritz-Eberhard Griesinger zählt der Nürtinger Zusammenschluss zu den Regionalgruppen mit dem regsten und aktivsten Vereinsleben.

In einem Lichtbildervortrag zeigte Martina Blaschka Kleindenkmale auf der Nürtinger Gemarkung. Sie konnte dabei auf Vorarbeiten von Erwin Beck, dem ehrenamtlichen Beauftragten des Landesdenkmalamts, zurückgreifen. Noch in diesem Jahr sollen die Kleindenkmale im gesamten Kreis Esslingen erfasst werden. Sie sollen verstärkt ins Licht gerückt werden, um damit auch einen besseren Schutz zu erreichen. Viele Kleindenkmale führen entweder ein stiefmütterliches Dasein oder sind nur Kennern bekannt, ob es sich um Sühnekreuze, Verbotssteine oder alte Wegweiser handelt. Die Referentin erläuterte dies mit eindrucksvollen Beispielen aus dem Nürtinger Bereich. Der Vortrag von Martina Blaschka war gleichsam ein Augenöffner für die Würde und Kostbarkeit des Kleinen und manchmal Unscheinbaren.

In der Mitgliederversammlung selbst ging Vorstandsmitglied Sigrid Emmert auf die einzelnen Veranstaltungen des Jahres 2008 ein und gab einen Überblick über die Pläne im neuen Jahr.

Erwin Beck erinnerte in seinem Bericht über die Tätigkeit der archäologischen Arbeitsgemeinschaft, an die Entdeckung der Römervilla vor 20 Jahren und an die Aktivitäten, die Villa rustica dem Publikum nahe zu bringen. Schatzmeister Professor Dr. Hermann Trautwein führte in die "Niederungen der Finanzen". Die Spenden sind zurückgegangen, der Kassenstand ebenfalls. Horst Gammel, der zusammen mit Vorstandsmitglied Dieter Metzger die Kasse geprüft hatte, beantragte die einstimmig gewährte Entlastung.

Abschließend berichtete Ernst Grünzner noch über ein Projekt der Ortsgruppe. Auf dem Hoppenlaufriedhof in Stuttgart steht auch ein Stein für Carl Christoph Gock, den Halbbruder des Dichters Friedrich Hölderlin, der bereits starke Verwitterungen aufweist. Weil der Grabstein nicht verändert werden darf, hat der Nürtinger Heimatbund inzwischen im Rahmen einer kleinen Feier auf dem Grab eine Gedenktafel angebracht.