Jubiläumsempfang der Landesregierung für Landesverein Badische Heimat und Schwäbischen Heimatbund

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Jubiläumsempfang der Landesregierung für Landesverein Badische Heimat und Schwäbischen Heimatbund

Über den landesväterlichen Dank für fachkundige und überzeugende Arbeit zum Wohl des Landes Baden-Württemberg und über die Ermunterung des Ministerpräsidenten, die mannigfachen Aktivitäten zum Besten der Bürger auch in Zukunft fortzusetzen, durften sich die Mitglieder des Landesvereins Badische Heimat und des Schwäbischen Heimatbunds freuen, die sich am 27. Juni 2009 zum Jubiläums-Festakt der Landesregierung für die beiden Vereine im Stuttgarter Neuen Schloss eingefunden hatten. Die Glückwünsche von Günther H. Oettinger nahmen die Vorsitzenden der beiden Traditionsvereine – Fritz-Eberhard Griesinger für die württembergische und Sven von Ungern-Sternberg für die badische Organisation – freudig entgegen und bekräftigten im Namen ihrer Mitglieder den Willen, auch künftig entschlossen, ideenreich und verlässlich zur gedeihlichen Entwicklung des Landes beizutragen. Und zwar in partnerschaftlichem Dualismus, dem die beiden Vereine nicht erst im gemeinsamen Jubel-Jahr huldigen, doch im einhundertsten Jahr ihres Bestehens mit frischem Elan.

drei Herren im Gespräch:

Ministerpräsident Günther H. Oettinger (Mitte) im angeregten Gespräch mit Sven von Ungern-Sternberg (links) und Fritz-Eberhard Griesinger.

Zur zufriedenen Rückschau auf bewegte, arbeitsreiche und wirkungsvolle Jahre, so der Ministerpräsident zum Auftakt seiner Rede, seien die beiden mitgliederstarken Organisationen sehr wohl berechtigt, da ihnen seit ihrer Gründung vor 100 Jahren bei der Pflege der heimatlichen Natur und Kultur Unschätzbares gelungen sei. Und das ganz persönliche Lob des Landeschefs galt den beiden Vorsitzenden der Jubel-Vereine nicht nur dafür, dass sie als ehemalige Spitzenbeamte des Landes im Ruhestand so segensreich ehrenamtlich aktiv sind, sondern auch dafür, dass sie bei ihrer Arbeit ohne institutionelle Förderung des Landes auskommen. Den spontanen Beifall des Publikums erntete Oettinger für seine Feststellung, dass die historisch begründete Existenz zweier Vereine mit demselben Ziel in Baden-Württemberg nach wie vor ihre volle Berechtigung habe. Denn unabdingbar sei für solche Arbeit der regionale Bezug, und die Voraussetzung dafür die Vertrautheit mit den entsprechenden Identitäten und Mentalitäten. Gerade auf dieser Basis sei aktives Mitgestalten möglich, seien die Mühen um die Bewahrung von Landschaft und Kultur –ohne Ideologie und ohne Verklärung der Vergangenheit – erfolgversprechend. Und in diesem Sinn, so der Ministerpräsident, ist auch Kritik an uns durchaus erwünscht.

Diese Offenheit für kritische Anmerkungen zu politischen Weichenstellungen nahm der Vorsitzende des Schwäbischen Heimatbunds in seiner Dankadresse an den Regierungschef gern zum Anlass, seine Sorge um den stetig wachsenden Flächenverbrauch im Land auszudrücken und die Auszehrung der Geisteswissenschaften an den Universitäten des Landes zu beklagen.

Fritz-Eberhard Griesinger bekräftigte danach das aus der 100jährigen Tradition des Schwäbischen Heimatbunds gewachsene Selbstverständnis des Vereins, die Hinwendung zur Heimat mit der Offenheit gegenüber anderen Kulturen zu verbinden. Und im Ausblick auf die weitere Arbeit des Schwäbischen Heimatbunds versicherte Griesinger: Die Ziele unseres Vereins zeigen, dass wir an der Zukunft dieses Landes interessiert sind. Und bei seiner zielgerichteten Arbeit darf sich der Schwäbische Heimatbund sehr wohl auch auf die Unterstützung des Landes verlassen. Etwa beim Bau des neuen Naturschutzzentrums im Pfrunger-Burgweiler Ried nahe Wilhelmsdorf, der vom Land mit 900.000 Euro aus dem Konjunkturförderprogramm unterstützt wird.

Der Vorsitzende des badischen Zwillingsvereins, Sven von Ungern- Sternberg, dankte dem Ministerpräsidenten für die großzügige Gabe des Jubiläums-Empfangs und richtete den Blick beherzt zukunftswärts. Wir haben Zukunft, denn Heimat hat Konjunktur! Ein Indiz dafür ist für Sven von Ungern-Sternberg nicht zuletzt die Renaissance des Dialekts. Auch der Vorsitzende des Landesvereins Badische Heimat zeigte sich offen für eine weitere Intensivierung der Zusammenarbeit mit dem schwäbischen Zwillingsverein und sich überdies dazu bereit, die schwäbische Lebensart durch die badische Kunst des savoir vivre zu inspirieren.

Inspiriert von musikalischer Weltoffenheit zeigte sich zum Ausklang des Festakts das Holzbläserquintett des Polizeimusikkorps Baden-Württemberg, das temperamentvoll einen Satz aus den Ungarischen Tänzen von Ferenc Farkas interpretierte, nachdem es mit dem Allegro-Satz aus Joseph Haydns Divertimento in B-Dur den klassisch-würdigen Auftakt-Akzent zur Feier gesetzt hatte. Nach einem kleinen Spaziergang durch den Ehrenhof des Stuttgarter Neuen Schlosses zum Marmorsaal der einstigen Residenz der württembergischen Könige war in elegantem Ambiente und bei habhaften Häppchen für die Gäste des Ministerpräsidenten schließlich reichlich Gelegenheit, baden-württembergische Gemeinsamkeiten zu entdecken und zu pflegen.

(Helmut Engisch)